Gemeinschaftspraxis für Gynäkologie, Pränataldiagnostik, Ersttrimesterscreening und gynäkologische Onkologie

Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS)

Eine gynäkologische und geburtshilfliche Herausforderung!

Das PCOS ist eine der häufigsten reproduktiven Erkrankungen, die hauptsächlich Symptome eines Androgenüberschusses (Hormone, die die Entwicklung und Ausprägung männlicher Geschlechtsmerkmale fördern) und durch eine ovulatorische Dysfunktion gekennzeichnet ist. (2)

6-20% der geschlechtsreifen Frauen sind weltweit vom polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) betroffen. (1)

Im Laufe der Jahren wurden zahlreiche Hypothesen über die möglichen Ursachen des PCOS aufgestellt, bislang sind sie aber unvollständig geklärt.
Da das PCOS eine familiäre Häufung zeigt, ist hier eine genetische Komponente ursächlich anzunehmen.

Wie manifestiert sich überhaupt ein PCOS?

Das PCOS ist eine Erkrankung, die sich durch verschiedene Symptome auszeichnet.

Die Patientinnen stellen sich in der gynäkologischen Praxis aufgrund Zyklusstörungen (seltene Regelblutung, ausbleibende Periode mit unerfülltem Kinderwunsch), Akne, Gewichtszunahme, Hirsutismus (männliches Behaarungsmuster) oder Alopezie (Haarlosigkeit) vor.

Wie wird das PCOS diagnostiziert?

Da zu den klassischen Merkmalen eines PCOS Hyperandrogenämie und Zyklusstörungen gehören (1), basiert sich die Diagnose auf drei Kriterien (Rotterdam Kriterien): Oligomenorrhoe (eine zu seltene Periode, der Abstand zwischen zwei Regelblutungungen beträgt mehr als 35 Tage) oder Amenorrhoe (über drei Monaten ausbleibende Periode), hoher Androgenspiegel im Blut/klinischer Aspekt für Hyperandrogenisierung und typisches sonographisches Bild der Eierstöcke, also polyzystische Eierstöcke.

Um eine Diagnose von PCOS zu sichern, müssen zwei von drei der o.g. Kriterien erfüllt werden.

Bei Frauen mit PCOS zeigen sich häufig auch eine Insulinresistenz und Hyperinsulinämie und müssen nach einer festgestellten Diagnose abgeschlossen werden. (1)

Übergewicht ist ein weiteres wichtiges Merkmal des PCOS und es wird weiterhin kontrovers diskutiert, ob es eine Folge oder eher eine Ursache dieser Krankheit ist.

Wie wird das PCOS behandelt?

Die Therapie des PCOS ist vielfältig und unterschiedlich von Patientin zu Patientin.

Die Gewichtsreduktion allein durch regelmäßigen Sport und Ernährungsumstellung bringt eine Linderung der Beschwerden und führt in manchen Fällen zu einer Normalisierung der Periode.

Besteht kein Kinderwunsch, dann ist die hormonelle Therapie zu empfehlen, um das Malignomrisiko, aber auch andere Gesundheitsrisiken dieser Risikogruppe, zu reduzieren. (3)

Bei bestehendem Kinderwunsch wird durch unterschiedliche Medikamenten (wie z.B. Clomifen) versucht, den Eisprung durch Eizellreifung auszulösen.

Off Label kommt auch das Medikament Metformin zur Unterstützung der Gewichtsabnahme bei PCOS und zur Verbesserung des Blutzuckerspiegels zum Einsatz.

Was bietet unsere Praxis?

  • Diagnosesicherung und Ausschluss differenzieller Diagnosen
  • Ultraschalluntersuchung
  • hormonelles Profil
  • Aufklärung über hormonelle Therapieoptionen
  • ausführliche Beratung
  • Clomifentherapie

Und nicht vergessen: Fragen Sie uns gerne!

 

Literatur:

  1. Witchel SF, Oberfield SE, Peña AS. Polycystic Ovary Syndrome: Pathophysiology, Presentation, and Treatment With Emphasis on Adolescent Girls. J Endocr Soc. 2019 Jun 14;3(8):1545-1573. doi: 10.1210/js.2019-00078. PMID: 31384717; PMCID: PMC6676075.
  2. Hoeger KM, Dokras A, Piltonen T. Update on PCOS: Consequences, Challenges, and Guiding Treatment. J Clin Endocrinol Metab. 2021 Mar 8;106(3):e1071-e1083. doi: 10.1210/clinem/dgaa839. PMID: 33211867.
  3. Weiss, J., Ortmann, O. Das Karzinomrisiko von Frauen mit Syndrom der polyzystischen Ovarien (PCOS). Gynäkologe 35, 31–35 (2002). https://doi.org/10.1007/PL00003297