Gemeinschaftspraxis für Gynäkologie, Pränataldiagnostik, Ersttrimesterscreening und gynäkologische Onkologie

Endometriose –
Eine zu häufig unterschätzte gynäkologische Krankheit.

Viele Frauen sehen die vor der Periode auftretenden Schmerzen (Dysmenorrhoe) als Normalität. Das ist es aber nicht!

Die Endometriose ist eine weibliche Krankheit die für Unterbauchschmerzen, unerfülltem Kinderwunsch und Blutungsstörungen verantwortlich sein kann.

Als Endometriose wird das Wachsen von Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutterhöhle beschrieben – wie z.B. an den Eierstöcken, Bauchfell,Blase, Darm, Scheidenkanal. Auch die Gebärmutter selbst kann davon betroffen sein; hier wird dann von Adenomyose gesprochen.

Endometriose und die damit verbundenen Funktionsstörungen des Körpers verschlechtern die Lebensqualität und beinträchtigen die berufliche Produktivität. Aufgrund der Auswirkungen auf Sexualität und Fruchtbarkeit kann die Endometriose auch negative Einflüsse auf die partnerschaftliche Beziehung haben. (2)

Wie passiert das überhaupt?

Eine klare Ursache dieser Problematik ist tatsächlich nicht bekannt. Immunologische, hormonelle, sowie genetische Faktoren scheinen aber hier von großer Bedeutung zu sein.

Es wird vermutet, dass der primäre Mechanismus der Bildung von Endometrioseherden außerhalb der Gebärmutter die retrograde Menstruation ist, die als eine Ausbreitung von Zellen der Gebärmutterschleim über die Eileiter im Bauchraum beschrieben ist. Dort nisten sich diese Zellen ein und bilden dann Endometrioseherde. (2)

Positive Familienanamnese, kurze Zyklen, lange Blutungsdauer, frühe Menarche, Übergewicht und Operationen an der Gebärmutter sind zusätzliche Risikofaktoren. (1)

Wie erkenne ich das?

Bei jeder Frau die Schmerzen vor oder während der Periode, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang während der Periode hat, soll grundsätzlich eine Endometriose ausgeschlossen werden.

Unerfüllter Kinderwunsch – d.h. kein positiver Schwagerschaftstest innerhalb eines Jahres trotz regelmäßigem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr zum optimalen Zeitpunkt – ist auch ein wesentlicher Grund eine Endometriose auszuschließen.

Die gynäkologische Untersuchung mit Ultraschallbefund sind hier fundamental bei jeder Frau mit Verdacht auf eine Endometriose. Eine klare Diagnose wird aber erst nach einer Bauchspiegelung durch histoimmunologische Untersuchung der Gewebeentnahme (Probebiospie von dem verdächtigen Gewebe) festgestellt. (2)

Verdacht auf Endometriose oder Diagnose bereits festgestellt.
Was nun?

Patientinnen mit Endometriose stehen derzeit folgende Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:

  • HormonelleTherapie
  • Sanierung der Endometrioseherde per Bauchspiegelung
  • Kombination der o.g. Therapien

Die Therapie wird immer individuell ausgewählt, abhängig von Alter, Beschwerdeintensität und bestehendem Kinderwunsch. Selbstverständlich steht hier der Wunsch der Patientin im Vordergrund.

Die hormonelle Therapie wird entweder mit oralen Kontrazeptivum, Hormonspritzen oder Einsetzung einer Hormonspirale durchgeführt. Eine Bauchspiegelung wird während eines stationären Aufenthalts im Krankenhaus gemacht und am besten in einem zertifizierten Endometrioszentrum.

Endometriose ist heutzutage ein Problem von enormer Bedeutung. Sie hat erhebliche negative Auswirkungen auf Aspekte des sozialen Lebens, der Familie und des sexuellen, Bildungs- und Berufslebens (2).

Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung kann Ihre Lebensqualität verbessern und wir empfehlen Ihnen, wenn Sie an einer der o.g. Beschwerden leiden, sich immer bei Ihrer/m Frauenarzt*ärztin vorzustellen und sich untersuchen zu lassen.

Diagnostik in der Praxis:

  • gynäkologische Untersuchung mit Ultraschallbefund
  • Endometrioseaufklärung
  • Überweisung in ein Endometriosezentrum
  • Planung und Überwachung hormoneller Therapie, ggf.
  • Spiraleinlage

Und nicht vergessen: Fragen Sie uns gerne!

Literatur:

  1. Cramer DW, Missmer SA. The epidemiology of endometriosis. Ann N Y Acad Sci. 2002 Mar;955:11-22; discussion 34-6, 396-406. doi: 10.1111/j.1749-6632.2002.tb02761.x. PMID: 11949940.
  2. Smolarz B, Szyłło K, Romanowicz H. Endometriosis: Epidemiology, Classification, Pathogenesis, Treatment and Genetics (Review of Literature). Int J Mol Sci. 2021 Sep 29;22(19):10554. doi: 10.3390/ijms221910554. PMID: 34638893; PMCID: PMC8508982.