Ultraschall

Ihr werdendes Kind im Bild! Der Ultraschall und seine Möglichkeiten.

Die Ultraschalluntersuchung ist die wichtigste Methode, um den normalen Verlauf Ihrer Schwangerschaft sicherzustellen. Regelmäßig durchgeführt können mit dem nebenwirkungsfreien Ultraschallverfahren Fötus, Plazenta und Gebärmutter genau im Bild wiedergegeben werden. Auf diesem Weg wird die Entwicklung der Schwangerschaft zu jeder Zeit präzise dargestellt. Erweiterte Techniken des Ultraschallts ermöglichen zusätzlich die dreidimensionale Darstellung sowie die Wiedergabe und Beurteilung von Blutflüssen und Blutflussmustern in den fetalen und mütterlichen Blutgefäßen.

Aufklärungsbogen Ultraschall als PDF-Datei

Welche Anzahl Ultraschalluntersuchungen ist während einer Schwangerschaft sinnvoll?

Im Rahmen der gesetzlichen Mutterschaftsvorsorge sind drei Ultraschalluntersuchungen vorgesehen, sofern die Schwangerschaft normal verläuft: Zwischen der 8 und 11 Schwangerschaftswoche (SSW) findet die erste Untersuchug statt, die zweite Ultraschalluntersuchung ist zwischen der 18 und 21 SSW angesiedelt und die dritte sollte zwischen 28 und 31 SSW durchgeführt werden. Zusätzliche Ultraschalluntersuchungen sind notwendig, wenn es sich um Risikoschwangerschaften handelt oder Probleme auftreten.

Jeder Schwangerschaftsverlauf ist einzigartig und individuell, sprechen Sie uns an, wenn Sie sich zusätzlich absichern möchten. Ihren Wünschen gemäß führen wir gerne weitere Untersuchungen per Ultraschall qualifiziert und mit größter Sorgfalt durch, die jedoch kostenpflichtig sind.

Heute sind Ultraschalluntersuchungen für werdende Mütter selbstverständlich. Was hat sich durch die Einführung der drei vorgeschriebenen Screenings geändert?

Es hat sich vieles geändert! Wir können heute beispielsweise eine Mehrlingsschwangerschaft frühzeitig feststellen und falsche Lokalisationen, wie etwa Eileiterschwangerschaften, erkennen. Mit Hilfe des Ultraschalls kann erkannt werden, ob bei einem Kind eine Mangelversorgung vorliegt oder eine Fehlbildung. Früher sind Kinder mit Mangelentwicklung oft im Mutterleib verstorben, heute stehen die Chancen in solchen Fällen sehr gut, denn bei rechtzeitiger Diagnose kann entsprechend gehandelt werden.
Ist beispielsweise ein Herzfehler bekannt, können Spezialisten das Baby gleich nach der Geburt versorgen. Kinder mit einem angeborenen Zwerchfelldefekt würden ohne entsprechende pränatale Diagnose und die dadurch möglich rasche spezialisierte kinderärztliche Betreuung nach Geburt häufig versterben. Auch Fehllagen der Plazenta, die für Mutter und Kind ohne Kaiserschnitt lebensbedrohlich sind, können rechtzeitig erkannt werden. Ultraschalluntersuchungen haben die Sterblichkeitsrate für Mutter und Kind deutlich gesenkt.

Wie wichtig ist es für Eltern, dass sie ihr Baby schon vor der Geburt auf dem Bildschirm angucken können?

Die Möglichkeit, das Kind schon vor der Geburt im Ultraschall zu sehen, gibt vielen Eltern Sicherheit und schafft eine frühe Bindung.

Wann kann man das Geschlecht des Kindes erkennen?

Die Geschlechtsbestimmung des Kindes spielt für Mediziner eher eine untergeordnete Rolle, auch wenn wir das teilweise schon in der 12. Schwangerschaftswoche sehen und in der Regel ab der 16. Woche relativ sicher sagen können. Für Eltern ist das aber auch ein wichtiger Aspekt der Ultraschalluntersuchung, und wir werden meistens danach gefragt.

Was wenn Eltern auch Geschwisterkinder zu diesen Untersuchungen mitbringen wollen?

Grundsätzlich ist das möglich, allerdings muss man sich als Arzt auch auf das Wesentliche konzentrieren können. Manche werdende Mütter und Väter machen sich das nicht klar. Darum sollten Schwangere vor dem Ultraschall informiert sein, warum diese Untersuchungen gemacht werden und welche diagnostischen Grenzen es gibt.

Was wenn eine Auffälligkeit gefunden wird?

Bei 90 Prozent der Untersuchungen ist das Ergebnis unauffällig. Es kann sein, dass Eltern erfahren, dass ihr Kind krank oder behindert sein wird. Dieses Wissen kann für werdende Eltern eine große Belastung sein, die auch weitere, und eventuell schwere Entscheidungen nach sich ziehen können. Das sollte man vor einer entsprechenden Untersuchung bedenken. Auch unklare Befunde sind möglich. Und das kann Eltern natürlich verunsichern.

Drei Ultraschalluntersuchungen sind in Deutschland vorgeschrieben. Doch die meisten Mütter werden häufiger untersucht. Ist häufigeres Untersuchen wirklich besser? Was können die Befunde zeigen?

Wenn sie sorgfältig durchgeführt werden, sind drei Untersuchungen ausreichend. Es kommt nicht auf die Häufigkeit der Untersuchungen an, sondern auf die Sorgfalt und die Qualität.
Und es ist natürlich wichtig, zu welchem Zeitpunkt untersucht wird. Das erste Screening sollte zwischen der 8. und der 12. Schwangerschaftswoche stattfinden. In der 8. Woche ist aber noch wenig zu sehen, lediglich ein schlagendes Herz, die Tatsache ob sich das Kind richtig eingenistet hat und ob es Mehrlinge sind, kann beurteilt werden. In der 12. Woche ist das Ungeborene dagegen schon sechs bis sieben Zentimeter groß und die kindlichen Strukturen sind deutlich besser zu erkennen.
Ähnlich ist es beim zweiten Screening, das zwischen der 18. und 22. Woche durchgeführt wird, ideal ist hier die 21 SSW. Bei den Screeninguntersuchungen geht es vor allem um die Dokumentation der Kindsmaße sowie um das Suchen nach allgemeinen Hinweiszeichen für kindliche Störungen. Der direkten Nachweis oder ein Ausschluß von Fehlbildungen stehen nicht im Vordergrund.
Eine umfangreichere Feindiagnostik, also ein Organultraschall beim Spezialisten wird in der Regel nur veranlasst, wenn der Gynäkologe Auffälligkeiten findet oder ein Risiko besteht. Durch die Feindiagnostik werden heute 80 bis 90 Prozent aller schwerwiegenden Störungen entdeckt. Es gibt auch Frauen die ohne entsprechende Indikation die Sicherheit einer Feindiagnostik wünschen.
Die letzte Untersuchung per Ultraschall ist für die 28. bis 32.Schwangerschaftswoche vorgeschrieben, hier steht die Versorgung des Kindes im Mittelpunkt. Häufig entwickeln sich allerdings Probleme, wie etwa eine Wachstumsverzögerung oder eine Mutterkuchenschwäche erst jenseits der 30. Schwangerschaftswoche. Viele Frauenärzte untersuchen daher zum Ende der Schwangerschaft hin häufiger per Ultraschall. So können sie die Fruchtwassermenge oder die Mutterkuchenfunktion besser beurteilen. Mehr Untersuchungen zum Ende der Schwangerschaft hin machen also Sinn. In der gesamten Schwangerschaft alle vier Wochen eine Ultraschalluntersuchung vorzunehmen ist hingegen bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft nicht nötig.

Aber viele Frauen werden so oft untersucht und manche zahlen dafür auch zusätzliches Geld.

Viele Ärzte bieten ihren Schwangeren mehr Untersuchungen an, obwohl diese medizinisch gesehen nicht zwingend notwendig sind. Das liegt auch an der Nachfrage einiger Schwangeren, denn diese Frauen fühlen sich durch häufigere Untersuchungen sicherer. Manche möchten auch spezielle Bilder, 3-D oder 4-D Darstellungen oder eine Aufnahme auf CD. Solche Untersuchungen sind zeitaufwendig und können im Rahmen der normalen Routine nicht geleistet werden. Daher müssen sie von den Schwangeren selbst getragen werden. Die Kassenleistung kann nur decken, was medizinisch nötig ist.
Nicht vergessen werden sollte, dass es auch viele Gynäkologen gibt, die bei besonderen Umständen oder den Kontrollen zum Ende der Schwangerschaft hin häufiger Ultraschalluntersuchungen durchführen, ohne dafür extra entlohnt zu werden.

Gibt es auch Schwangere, die keinen Ultraschall möchten?

Ziel des Ultraschallscreenings ist es, ein normales kindliches Wachstum und die Entwicklung des Feten zu prüfen. Gefährdungen der kindlichen Gesundheit sollen so frühzeitig erkannt werden. Auch Fehlbildungen können so ausgeschlossen oder nachgewiesen werden.
Natürlich gibt es ein Recht auf Nichtwissen jeder Schwangeren, das akzeptiert werden muss. Trotzdem sollte man sich darüber im Klaren sein, dass nur durch die gezielte Untersuchung etwa Herzfehler oder Mangelversorgungen entdeckt werden können und somit eine rechtzeitige Diagnose auch das Leben des Kindes retten kann. Das Für und Wider des Ultraschallscreenings sowie darüber hinausgehende Untersuchungen wie Ersttrimsterdiagnostik, Organdiagnostik oder  Doppler sollte darum ausführlich mit dem Frauenarzt besprochen werden.

Hand 2D
 

Ultraschallbild
 

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Embryo 10. SSW